Wolfgang Baake: Ein (persönlicher) Nachruf
Am 8. Dezember starb einer der profiliertesten evangelikalen Publizisten in Deutschland, Wolfgang Baake. Nach seinem Eintritt in den Ruhestand war er ab 2016 noch für neun Jahre Mitarbeiter der FTH, und fand dort seine letzte große Lebenspassion.
Drei Sätze von ihm bleiben mir im Gedächtnis:
„Die Sache Jesu hat Eile.“ Das war Wolfgang im Original. Das Reich Gottes duldet keinen Aufschub. Ganz für Jesus unterwegs zu sein – dafür brannte sein Herz. Nach dem Motto „Ganz oder gar nicht“ war er nach seiner Berufung in den Dienst unermüdlich und pointiert für den Höchsten unterwegs: als Leiter des Christlichen Medienverbundes KEP (heute Christliche Medieninitiative PRO), als Politischer Beauftragter der Deutschen Evangelischen Allianz, in viele christlichen Gremien, als Autor und Redner, Motivator, Antreiber, Visionär. Er verkörperte die Hingabe an Christus, mit Haut und Haaren. Er war Antreiber, Macher, manchmal polternd, aber immer voller Begeisterung für den Glauben, bis zum Ende. Er hat uns alle motiviert, angetrieben – alles für den Höchsten, mit Vollgas. Unglaublich!
„Das Evangelium muss unter die Leute.“ Noch so ein Satz von Wolfgang Baake. Er erkannte frühzeitig die Bedeutung der Medien für die Evangeliumsverkündigung. Den Journalisten galten seine Aufmerksamkeit und Fürsorge. Er kannte viele von ihnen persönlich, hatte überhaupt unglaublich viele Kontakte. Sein Adressbuch war zum Bersten voll, sein Telefon blieb nie still. Seine große Liebe galt nicht nur Deutschland. Gleich an zweiter Stelle stand Israel. Aber auch die Welt der Politik und der Regierungen lagen ihm am Herzen. Zu den Mächtigen der Bundesrepublik hielt er engen Kontakt. Bei fast allen Begegnungen mit den Parlamentariern und Regierenden fragte er am Ende, ob er noch für sie beten dürfe. Wie viele Politiker, auch die Kanzler unserer Republik, haben gerade diese Gebete geschätzt.
„Ich kann nicht klagen“ – wie oft hörte man diese Worte von Wolfgang Baake, wenn man sich nach seinem Wohlergehen erkundigte. Er, der sechs Herzinfarkte überlebte, dem beide Beine amputiert wurden, der an der Dialyse hing und auch im Privaten tiefe Schicksalsschläge hinnehmen musste – „Ich kann nicht klagen.“ Ich kenne kaum ein Mensch, der solche Tiefen erlebte, wie er. Und dennoch blieb er fest an dem, der ihn an seiner rechten Hand festhielt, an seinem Gott.
Ich hatte das Vorrecht, wie kein anderer in den letzten 10 Jahren eng mit Wolfgang Baake zusammenarbeiten zu dürfen. Trotz großer gesundheitlicher Einschränkungen hat er sich nach seinem offiziellen Ruhestand selbstlos mit Rat und Tat für die FTH eingesetzt. Sein so schwaches Herz schlug die letzten Jahre stark für die bibeltreue und jesusnahe Ausbildung in Deutschland. Er sah darin den Schlüssel für eine Neubelebung unserer Kirchen und Gemeinden.
Zwei Tage vor seinem Heimgang feierten wir noch im großen Kreis seinen 75. Geburtstag. Seine Dankesworte wurden unbewusst zu letzten Worten. Sie hießen: „Bleibt bei Jesus und an seinem Wort.“ Das ist sein Legat, sein Vermächtnis für uns, und für alle, die ihn kannten.
Die evangelikale Welt verliert mit Wolfgang Baake einen bedeutenden Visionär, Pionier und Macher. Vor allen Dingen aber einen hingegebenen und treuen Diener Gottes. Und ich einen guten Freund.
Prof. Dr. Stephan Holthaus
Rektor der FTH Gießen

